Sehen verstehen

Augenbrauen lügen nicht

Was die Augenbrauen über uns verraten

23. April 2019
  • Augenbrauen lügen nicht

Die Augen gelten als Fenster zur Seele – doch wussten Sie, dass auch die Augenbrauen so einiges über uns verraten? „Brauen sagen mehr als 1000 Worte“, heißt es in der Forschung zum Thema scherzhaft, und tatsächlich kann man nicht nur zahlreiche Gefühle an unseren Augenbrauen ablesen, sondern auch viele weitere erstaunliche Details über uns, unseren Körper und unser Seelenleben. Warum es Augenbrauen gibt und was die Augenbrauen verraten – ein Überblick von BESSER SEHEN.

Ob Erstaunen, Skepsis, Angst, Verwirrung, Ekel, Ärger, Trauer oder Freude: Augenbrauen reflektieren genau, was sich gerade im Kopf eines Menschen abspielt. Sie sind neben dem menschlichen Auge der ausdrucksvollste Teil unseres Gesichts und helfen uns dabei, eine ganze Bandbreite von Emotionen im Gesichtsausdruck unserer Mitmenschen zu entschlüsseln. Augenbrauen verstärken zudem unsere Mimik, beeinflussen die Attraktivität eines Gesichts und schützen die Augen zum Beispiel vor Schweiß. Auch unser Geschlecht, wie alt wir sind oder unser Gesundheitszustand lässt sich an den Augenbrauen ablesen. Produziert die Schilddrüse zum Beispiel nicht ausreichend Stoffwechselhormone (Hypothyreose), so kann es sein, dass sich die Augenbrauen von außen beginnend ausdünnen. Auch Nährstoffmangel, Vitaminmangel, Stress, Ekzeme, Haarausfall (Alopecia areata) und die Nebenwirkungen einer Chemotherapie können dazu führen, dass die Augenbrauen ausfallen.

Warum gibt es Augenbrauen?

Augenbrauen haben zwei wichtige Eigenschaften: Zum einen transportieren sie Emotionen, verleihen einem Gesicht Ausdruck und Charakter. Zum anderen schützen sie unsere Augen vor Einflüssen, die die Sicht beeinträchtigen – wie etwa Sonnenlicht, Nässe, Schweiß, Schmutz oder Staub. Ohne Augenbrauen könnte zum Beispiel der salzige Schweiß von der Stirn ungebremst in die Augen laufen und dort unangenehmes Brennen verursachen. Auch Regen wird so teilweise abgefangen.

  • Augenbrauen lügen nicht – traurig
  • Augenbrauen lügen nicht – skeptisch
  • Augenbrauen lügen nicht – wütend
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  • Augenbrauen lügen nicht – lachend

Augenbrauen machen Emotionen sichtbar

Während einer Unterhaltung schauen wir unserem Gegenüber meist in die Augen, die Augenbrauen nehmen wir dabei nur unbewusst wahr. Innerhalb von Sekundenbruchteilen verarbeiten wir zahlreiche flüchtige Regungen im Gesicht unseres Gesprächspartners (sogenannte Mikroexpressionen), und bei der Bewertung dieser Eindrücke spielen die Augenbrauen eine wesentliche Rolle. Hat der Gesprächspartner zum Beispiel eine ablehnende oder kritische Haltung, so zeigt er das mit seinen Augenbrauen – ob bewusst oder unbewusst: Sie schieben sich dann dichter zusammen und bilden eine kleine Falte über der Nase, die sogenannte Zornesfalte. Lauscht er hingegen interessiert, nähern sich die Augenbrauen nur minimal einander an. Bleiben sie völlig regungslos, ist er womöglich gelangweilt oder hört gar nicht zu. Grundsätzlich erzeugen negative Gefühle (zum Beispiel Angst, Trauer, Wut) tendenziell eher zusammengezogene und angespannte Augenbrauen. Bei positiven Empfindungen (etwa Freude, Überraschung) sind diese Bewegungen deutlich geringer ausgeprägt und entspannter.

So unterscheiden sich die Augenbrauen von Mann und Frau

Augenbrauen erfüllen bei Frauen und Männern zwar die gleichen Funktionen, optisch unterscheiden sie sich allerdings enorm: Weibliche Augenbrauen liegen im Gegensatz zu männlichen weiter oben im Gesicht, außerdem stehen sie enger zusammen und wölben sich stärker. Vier Faktoren beeinflussen den Wuchs und somit das Aussehen unserer Augenbrauen: Hormone, Alter, Gene und Geschlecht. So führt das männliche Geschlechtshormon Testosteron zu besonders buschigen Augenbrauen, das weibliche Pendant Östrogen zu schmalen, stark gewölbten Augenbrauen. Hat der Vater ausgeprägte Augenbrauen, so vererbt er diese häufig an den Sohn. Unter Brüdern und Schwestern hingegen ähneln sich die Augenbrauen trotz identischer Genetik selten, da die optischen Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen Augenbrauen zu groß sind.

Gesichter an den Augenbrauen erkennen

Doch die Augenbrauen spielen nicht nur bei der direkten Kommunikation mit unseren Mitmenschen eine wichtige Rolle, sie helfen auch bei der Identifikation von Gesichtern. So hat eine Studie 1   herausgefunden: Prominente Personen sind auf Fotos schwerer zu erkennen, wenn darauf statt der Augen die Augenbrauen mit einem schwarzen Balken unkenntlich gemacht werden. Das liegt daran, dass die Augenbrauen einen bedeutenden Anteil daran haben, unserem Gesicht seinen Charakter zu verleihen. Schauspieler verbessern zum Beispiel gezielt ihren Ausdruck, indem sie das Spiel der Augenbrauen üben und verstärken. Frauen und auch immer mehr Männer setzen ebenfalls auf die kosmetische Wirkung ihrer Augenbrauen und zupfen diese in der Regel, um sie in Form zu bringen. Mitunter werden die Augenbrauen auch ganz abrasiert und anschließend aufgemalt, um sie in die gewünschte Form zu bringen.

Augenbrauen lügen nicht

Welche Augenbrauenform passt zu meinem Gesicht?

Um einen möglichst harmonischen Ausdruck zu erreichen, sollten die Augenbrauen zur Gesichtsform passen. Anhand folgender Faustformel lässt sich leicht herausfinden, welche Augenbrauenform zu Ihrem Gesicht passt. Sollten Sie unsicher sein, welche Gesichtsform Sie haben: So können Sie Ihre Gesichtsform erkennen. Grundsätzlich gilt: Je schmaler das Gesicht, desto schmaler sollten auch die Augenbrauen ausfallen. Davon abgesehen:

  • Die runde Gesichtsform profitiert von angewinkelten, geschwungenen Augenbrauen. Sie verleihen dem Gesicht einen markanteren Ausdruck.
  • Markanten, eckigen Gesichtsformen schmeicheln runde Augenbrauenformen, die flach und ohne ausgeprägten Bogen geformt sind. Die Gesichtszüge wirken dadurch ausgewogener.
  • Zur herzförmigen Gesichtsform passen Augenbrauen mit abgerundetem Bogen optimal, sie lassen sie harmonischer wirken.
  • Einem ovalen Gesicht stehen dichtere, flache Augenbrauen mit leichtem Bogen. So wird das Gesicht optisch gegliedert und wirkt proportional ausgeglichen.

Übrigens: Da das Bindegewebe im Stirnbereich mit zunehmendem Alter ein wenig erschlafft, bewegen sich die Augenbrauen nach unten. Manche Menschen verwenden in dem Fall das Nervengift Botox, um die Stellung der Augenbrauen zu verändern und das Gesicht jünger wirken zu lassen.


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