Optik ABC

A

  • AP-Lage

    Die AP-Lage bezeichnet den Abstand der Austrittspupille (AP) zur letzten Okularlinse. Die Augenpupille des Beobachters sollte genau an diese Stelle gebracht werden, um das Sehfeld komplett überblicken zu können.

    Ist das Auge weiter entfernt (z.B. wenn man eine Brille trägt und die Augenmuscheln nicht eingeschoben sind) oder auch zu dicht am Okular, ergeben sich Randabschattungen (Vignettierungen).

  • Augenweite

    Die Augenweite ist die Distanz zwischen den Mittelpunkten der Augenpupillen des Beobachters.

    Es ist wichtig, die Augenweite des Fernglases exakt auf den Abstand der beiden Augen einzustellen, damit man genau entlang der optischen Achsen beobachtet. Die Restbildfehler der Optik sind dabei am geringsten.

  • Austrittspupille (AP)

    Die Austrittspupille (aus einigem Abstand im Okular des Fernglases als helles Scheibchen sichtbar) ist für das Dämmerungssehen von Bedeutung, denn von ihrer Größe hängt im wesentlichen die Bildhelligkeit im Auge ab. Sie wird errechnet, indem man den Objektivdurchmesser (genauer: effektiver Objektivdurchmesser oder "Eintrittspupille") durch die Vergrößerung dividiert. Beispiel: Ein Fernglas 8 x 56 besitzt eine Austrittspupille von 7 mm.

    Die Austrittspupille und damit die Helligkeit des Fernglases wird allerdings nur ausgenutzt , wenn die Augenpupille mindestens genau so groß ist. Ansonsten kann der "breite Lichtstrahl", der aus dem Okular austritt, nicht komplett im Auge wahrgenommen werden. Beispiel: Wenn die Augenpupille tagsüber z.B. nur 3 mm groß ist, wird ein 8 x 56 Fernglas (mit 7 mm AP) gegenüber einem 8 x 32 Fernglas (mit 4 mm AP) kein helleres Bild liefern. Erst wenn die Augenpupille in der Dämmerung auch bis z.B. 7 mm aufgeht, wird der Vorteil des 8 x 56 Fernglases gegenüber einem 8 x 32 Fernglas sichtbar werden.

    Eine große AP bietet tagsüber allerdings den Vorteil, dass das Auge mehr Bewegungsspielraum hat und dadurch ein sehr komfortables Beobachten ermöglicht wird - ohne das Fernglas ganz exakt vor den Augen zentrieren zu müssen.

    Die Austrittspupille muß immer kreisrund, scharf begrenzt und gleichmäßig hell sein. Zeigen sich Schatten, so ist dies ein Indikator für mindere Qualität.

B

  • Bildstabilisierung (S)

    Das Fernglas ZEISS 20x60 T* S verfügt über eine einzigartige Bildstabilisierung, die die Handunruhe unterdrückt und so ein freihändiges Beobachten mit 20-facher Vergrößerung möglich macht.

    Das System arbeitet völlig geräuschlos und rein mechanisch ohne Batterien. Kernstück ist ein hochpräzises Federgelenk, an dem das Prismensystem des Fernglases kardanisch aufgehängt und dadurch vom Gehäuse entkoppelt ist.

  • Brillenträger-Okular (B), Brillenträger-Weitwinkel-Okular (Ww)

    Das Brillenträger-Okular bietet mit und ohne Brille das volle Sehfeld. Durch eine spezielle Konstruktion der Optik aus dem Hause Carl Zeiss liegt die Austrittspupille des Fernglases mindestens 15 mm hinter dem letzten Linsenscheitel. Dadurch kann auch mit Brille die Augenpupille in die Austrittspupille gebracht werden. Ohne Brille wird der notwendige Augenabstand bei ZEISS Ferngläsern auf drei verschiedene Weisen hergestellt:

     

    Augenmuschel mit Schiebemechanik*
    Augenmuschel mit Drehmechanik*
    Gummistülpmuschel.

     

    Der Brillenträger stülpt die Augenmuscheln um bzw. bringt sie in die flache Stellung, der Nichtbrillenträger benutzt sie in gestreckter bzw. ausgezogener Stellung.
    Brillenträger-Okulare bieten ein Standard-Sehfeld von z.B. 110 m bis 115 m auf 1000 m bei 8 facher Vergrößerung. Bei den Brillenträger-Weitwinkel-Okularen ist das Sehfeld deutlich größer - es beträgt z.B. bei 8 facher Vergrößerung 132 m bis 135 m auf 1000 m - und auch hier ist bei ZEISS Ferngläsern das volle Sehfeld mit und ohne Brille überschaubar. Weil sowohl die Brillenträger-Okulare wie auch die Brillenträger-Weitwinkel-Okulare diesen Vorteil bieten, sind alle Ferngläser von Carl Zeiss mit ihnen ausgestattet.
    Achtung: Nicht die Mechanik bzw. Stülpmuschel macht das Brillenträger-Okular - es gibt zahlreiche Okulare mit Gummimuschel, die mit Brille nur 50% des nominalen Sehfeldes bieten - sondern es kommt auf die Konstruktion der Optik an.

     

    * Bereits im Jahr 1954 hat Hensoldt solche verstellbaren Augenmuscheln zum Gebrauchsmuster angemeldet und damit zu einem sehr frühen Zeitpunkt einen wesentlichen Entwicklungsbeitrag geleistet.

C

  • Carl Zeiss Advanced Optics System (AOS)

    Zum Bau von Optik mit höchster Abbildungsqualität und Leistung benötigte man bislang Glasarten mit optischen Eigenschaften, die nur durch Zusatz von Blei, Arsen oder anderen Zuschlagsstoffen erreicht wurden. Diese Glasarten haben ein hohes spezifisches Gewicht, und die Ferngläser / Zielfernrohre, vor allem die Modelle mit hoher Vergrößerung, großem Objektivdurchmesser und damit hoher Dämmerungsleistung, sind entsprechend schwer. Hier galt es, neue Lösungen zu finden.
    Schott Glas, Mainz, ein Unternehmen der Carl-Zeiss-Stiftung und weltgrößter Spezialglashersteller, gelang es nach jahrelanger intensiver Zusammenarbeit mit den Zeiss Optik-Wissenschaftlern, arsen- und bleifreie Glasarten herzustellen, die die erforderlichen optischen Eigenschaften für Systeme höchster Abbildungsqualität besitzen. Die neuen Schott Gläser sind deutlich leichter, und bei ihrer Verarbeitung ist keine Entsorgung umweltbelastender Stoffe erforderlich.

  • Carl Zeiss T*-Mehrschichtvergütung (T*)

    Die mit einer einfachen Beschichtung der Linsen / Prismen erzielbare Verbesserung der Abbildungsleistung ließ sich durch das Aufbringen von mehreren differenzierten Schichten auf alle Glas-Luft-Flächen nochmals steigern. Mit der Carl Zeiss T*-Mehrschichtvergütung, die heute fast alle ZEISS Ferngläser und Zielfernrohre haben - die entspechenden Modelle sind mit "T*" gekennzeichnet - wird ein Höchstmaß an Lichtdurchlässigkeit und Kontrastwiedergabe über den gesamten Spektralbereich erzielt.

D

  • Dämmerungszahl / Dämmerungsleistung

    Für die Leistungsfähigkeit bei schwachem Licht gibt die Dämmerungszahl Vergleichswerte. Sie errechnet sich, indem man die Vergrößerung mit dem Objektivdurchmesser multipliziert, und aus dem Ergebnis die Wurzel zieht. Beispiel: Ein Fernglas 8 x 56 besitzt eine Dämmerungszahl von 21,2. Wichtig ist, dass bei einem Fernglas für die Dämmerung auch die Austrittspupille mindestens 4 - 5 mm groß sein sollte.

    Die Dämmerungszahl ist nur ein rein rechnersicher Wert - über die wirkliche Bildqualität sagt sie nichts aus. Darüber entscheiden im wesentlichen Eigenschaften wie eine möglichst hohe Transmission, geringe Falschlichtanteile, hoher Kontrast und möglichst hohe Auflösung.

  • Dichtheit (ISO-Norm)

    Hier unterscheidet man "spritzwasserdicht" und "wasserdicht". "Spritzwasserdicht" bedeutet, dass man das betreffende Gerät dem Regen aussetzen kann, ohne dass Feuchtigkeit, die die Optik unbrauchbar macht, ins Innere gelangt. "Wasserdicht" oder "druckwasserdicht" weist auf gesteigerte Dichtheit hin, die keinen Austausch der Atmosphäre im Inneren des Gerätes mit der Umgebung zuläßt. Wichtig ist, dass die Prüfung nach der Norm für die Umweltprüfung von optischen Geräten ISO 9022-8 durchgeführt wird. Carl Zeiss wendet diese Norm nicht nur für die Dichtheitsprüfung sondern auch für andere Umweltprüfungen, wie Kälte/Wärme etc. an.

    Die Dämmerungszahl ist nur ein rein rechnersicher Wert - über die wirkliche Bildqualität sagt sie nichts aus. Darüber entscheiden im wesentlichen Eigenschaften wie eine möglichst hohe Transmission, geringe Falschlichtanteile, hoher Kontrast und möglichst hohe Auflösung.

  • Dielektrische Spiegelschicht

    Beim Durchgang des Lichtes durch Prismen kommt es zu Reflexionen an den Prismenseiten. Hierbei werden zwei Fälle unterschieden:

     

    • Fällt das Licht vom Inneren der Prismen sehr schräg (unterhalb eines vom Glasmaterial abhängigen Winkels) auf die Flächen, wird es praktisch zu 100 % reflektiert (Totalreflexion). Das Licht kann unter diesen Bedingungen das Glas nicht verlassen, was z.B. bei Lichtleitern ausgenutzt wird.
    • Trifft das Licht relativ steil auf die Seitenflächen, müssen diese Flächen verspiegelt werden. Bisherige Silberspiegel reflektieren einen Anteil von etwa 94 - 96 %, d.h. man hat ca. 5 % Lichtverlust. Durch speziell aufgedampfte Schichten aus nichtleitendem ("dielektrischem") Material können dagegen Spiegelschichten erzeugt werden, die über 99 % des auftreffenden Lichtes reflektieren.

     

    Bei Prismensystemen nach Abbe-König kommt es an allen Flächen zu Totalreflexionen. Daher waren diese Prismen die erste Wahl, wenn hohe Transmissions-Eigenschaften der Ferngläser gefordert sind.
    Schmidt-Pechan Systeme sind zwar prinzipiell kompakter, hatten aber immer den Nachteil einer notwendigen Silberverspiegelung auf einer Fläche, d.h. Lichtverluste. Durch die neuen, von Carl Zeiss aufgedampften dielektrischen Spiegelschichten konnte dieser Nachteil behoben werden. Die Victory 32 FL Ferngläser (mit Schmidt-Pechan Prismen) erreichen dadurch Transmissionswerte, die bisher nur mit Abbe-König Prismensystemen realisiert werden konnten.

E

F

  • Falschlicht

    Es entsteht durch Reflexe, die von Gehäuse, Linsenrändern und Linsenfassungen sowie anderen Bauteilen herrühren und führt durch Überlagerung mit dem Bild u.a. zu deutlich verringerter Bildbrillanz. Bei ZEISS Ferngläsern und Zielfernrohren wird das Falschlicht durch zahlreiche Maßnahmen so gering wie möglich gehalten. Dazu gehört nicht nur die sorgfältige Auswahl der Glasarten und eine spezielle Behandlung der Gehäuseinnenoberfläche oder das Ablackieren von Linsenrändern. Auch die Fassungen und Prismenstühle bzw. die Umkehrsysteme bei Ferngläsern / Zielfernrohren werden speziellen Verfahren unterzogen, damit das Falschlicht möglichst unter 2 % gedrückt wird.

  • Fungus

    Sehr gefürchtet ist bei optischen Geräten der Befall mit Fungus. Hierbei handelt es sich um Schimmelpilze, die sich auf den Glasoberflächen netzartig ausbreiten und durch Stoffwechselprodukte zu einer bleibenden Trübung und damit Beschädigung der Optik führen. Hohe Luftfeuchtigkeit und Schmutz (z.B. Fingerabdrücke) auf den Oberflächen fördern das Wachstum. Insbesondere in den Tropen empfiehlt es sich, die Geräte möglichst an Licht und Luft zu "trocknen" und keinesfalls in fest verschlossenen Beuteln (außer mit speziellen Trocknungsmitteln) aufzubewahren.

G

  • Galilei Fernrohr

    Beim Galilei Fernrohr (benannt nach dem Astronomen Galileo Galilei, 1564 – 1642) wird eine Sammellinse als Objektiv und eine Zerstreuungslinse als Okular verwendet. Das Galilei Fernrohr liefert ohne Umkehrsystem ein aufrechtes und seitenrichtiges Bild. Aus seinem Aufbau ergibt sich, das es keine Zwischenbildebene hat und seine Austrittspupille liegt in der Okularlinse. Deshalb sind hier Brillenträgerokulare – sie bieten mit und ohne Brille das volle Sehfeld – nicht möglich. Galilei Fernrohre sind in der Vergrößerung auf max. 4x beschränkt und werden deshalb vorzugsweise für Theatergläser verwendet.
    Das Theaterglas Diadem von Carl Zeiss dagegen war ein Fernglas mit Umkehrprismen und basierte auf dem Kepler Fernrohr.

  • Geometrische Lichtstärke

    Als Maßzahl für die Bildhelligkeit dient die geometrische Lichtstärke. Berechnet wird sie als "Quadrat der Austrittspupille". So hat ein 10x40 eine geometrische Lichtstärke von 16 - das Mindestmaß für ausreichende Bildhelligkeit in der Dämmerung - und ein 8x56 eine von 49. Zum Vergleich: Ein 8x30-Glas hat eine geometrische Lichtstärke von 14,1 und ist damit für Beobachtungen in tiefer Dämmerung ungeeignet.


    Achtung: Die geometrische Lichtstärke kann nur als Anhaltspunkt dienen, denn sie sagt über die Abbildungsqualität, die die Bildhelligkeit maßgeblich beeinflußt, nichts aus!

  • Gummiarmierung (GA)

    Die Gummiarmierung des Fernglasgehäuses dient in erster Linie dem Schutz der Oberfläche und der Geräuschdämpfung. Die Gummiarmierung hat keinen Einfluß auf die Dichtheit des betreffenden Fernglases.

H

I

J

K

  • Kepler Fernrohr

    Das Kepler Fernrohr (benannt nach dem Astronomen Johannes Kepler, 1571 – 1630) besteht im einfachsten Fall aus einer Sammellinse als Objektiv und einer zweiten Sammellinse als Okular. Das Objektiv entwirft ein kopfstehendes und seitenverkehrtes Bild in der Zwischenbildebene. Das Okular dient als Lupe, mit der dieses Bild betrachtet wird.

  • Kontrast (Kontrastübertragungsfunktion, MTF)

    Ganz wichtig für die Bildqualität ist die Kontrastwiedergabe, denn sie entscheidet darüber, ob Objektdetails noch erkennbar sind oder nicht. Sie wird als "Kontrastübertragungsfunktion" oder "Modulation Transfer Function" (MTF) gemessen und gibt Aufschluß darüber, wie wirklichkeitsgetreu die betreffende Optik die Helligkeitsverhältnisse (Kontraste) wiedergibt. Dabei ist von großer Bedeutung, dass die betreffende Optik nicht nur grobe Objektdetails mit hohem Kontrast abbildet. Deshalb sind die Ferngläser und Zielfernrohre von Carl Zeiss, die in der Dämmerung eingesetzt werden, so ausgelegt, dass sie an der Auflösungsgrenze des Auges immer noch einen Kontrast von 20% und mehr bieten.

L

M

  • Mitteltrieb (Innenfokussierung) / Einzeltrieb (ET) (Dioptrienausgleich)

    Ferngläser müssen auf die unterschiedlichen Beobachtungsentfernungen scharf gestellt werden. Sie brauchen einen Fokussiermechanismus - sogenannte "Fix-Fokus-Ferngläser", die diese Einstellmöglichkeit nicht bieten, sind nicht empfehlenswert.
    Man unterscheidet folgende Arten von Fokussiermechanismen:

     

    • Einzeltrieb (ET) auch Einzel-Okulareinstellung genannt: vorzugsweise für Ferngläser mit niedriger Vergrößerung (7-fach bis 8-fach) für den Wassersport und den Behördenbereich, bei denen an beiden Okularen die Schärfe eingestellt werden muß. Diese Ferngläser sind für alle Einsatzbereiche, bei denen auf stark unterschiedliche Entfernungen in mehr oder weniger schnellem Wechsel beobachtet wird, wenig geeignet.*
    • Mitteltrieb: hier erfolgt die Schärfeneinstellung über ein zentrales Triebrad, das auf beide Fernglashälften wirkt. Je nach Konstruktion werden dabei beide Okulare (Okularfokussierung über Mitteltrieb), beide Objektive (Objektivfokussierung über Mitteltrieb) oder innenliegende Linsen (Innenfokussierung) bewegt. Wichtig ist, dass bei diesen Ferngläsern auch ein Dioptrienausgleich - meist in der rechten Fernglashälfte - vorhanden ist, damit ggf. unterschiedliche Fehlsichtigkeit beider Augen ausgeglichen werden kann.

     

    * Die Aussage: "Einmal einstellen - immer scharfes Bild" gilt nur sehr eingeschränkt - je älter der Beobachter ist, um so stärker ist die Einschränkung.

N

  • Nahbereich

    Eine kurze Naheinstellung z.B. ab 2 m erschließt dem Beobachter völlig neue Seherlebnisse und faszinierende Bilder von Schmetterlingen, Libellen oder farbenprächtigen Blüten - hautnah und formatfüllend.

O

  • Objektiv (Achromat, FL-Gläser)

    Um Farbsäume im Bild möglichst klein zu halten, greift ZEISS beim Fernglasobjektiv im wesentlichen auf zwei Objektivtypen zurück.

     

    • Der Achromat hat bereits eine sehr gute Farbkorrektur - am Sehfeldrand bleiben jedoch - insbesondere bei großen Kontrasten - geringe Farbsäume sichtbar (sekundäres Spektrum).
    • Durch den Einsatz von fluoridhaltigen Gläsern mit anomaler Teildispersion (FL-Gläser) gelingt es, das sekundäre Spektrum nochmals deutlich zu minimieren. Das Ergebnis sind praktisch farbsaumfreie Bilder - bis in die Randbereiche. Dies ist z.B. bei den Victory FL Ferngläsern und den DiaScope Spektiven der Fall.

  • Objektivdurchmesser

    Die zweite Zahl der Kenndaten, zum Beispiel 56, bezeichnet den Objektivdurchmesser in Millimetern. Er ist ein Maß für die Lichtmenge, die in das Fernglas / Zielfernrohr eintreten kann. Für die Beobachtung bei Tag ist bei 8 x ein Objektivdurchmesser von 20 mm ausreichend. In der Dämmerung sollte das Objektiv von dem noch vorhandenen Licht soviel wie möglich aufnehmen, und das erreicht man nur mit einem großen Durchmesser.

  • Okulare

    Man unterscheidet bei Ferngläsern Standard Okulare und Brillenträgerokulare.

    Standard Okulare haben einen Augenabstand - Abstand der Austrittspupille vom letzten Linsenscheitel des Okulars – von ca. 9 mm, damit die Austrittspupille in die Augenpupille des Beobachters gebracht werden und man so das volle Sehfeld überblicken kann.

    Brillenträgerokulare haben im Normalfall einen Augenabstand von min. 15 mm damit man auch mit Brille das volle Sehfeld überblicken kann.

    Übrigens: die Erfindung der Brillenträgerokulare wurde 1958 mit dem ZEISS Fernglas 8x30B Porro durch Horst Köhler für den zivilen Markt eingeführt.

    Sowohl Standard Okulare als auch Brillenträgerokulare sind mit Standard-Sehfeld oder Weitwinkel-Sehfeld (WW) verfügbar. Charakteristisch ist hier das okularseitige Sehfeld, das beim Weitwinkelokular gleich oder größer 60° sein muß. Falls man das Sehfeld in "m / 1000 m" kennt, ergibt sich das okularseitige (oder subjektive) Sehfeld als: (SFOkular = SFm@1000m x Vergrößerung / 17,5)

     

    Übrigens: Die Weitwinkelokulare wurden 1919 von Heinrich Erfle bei Carl Zeiss erfunden.

P

  • Phasenkorrektur-Belag

    Bei Ferngläsern mit Dachkantprismen kommt es durch Interferenzeffekte der beiden Strahlhälften (die durch die Dachkante getrennt wurden und unterschiedliche Wege laufen) zu einer Reduzierung des Auflösungsvermögens bei extrem feinen Strukturen.

    Durch Aufdampfen eines "Phasenkorrektur-Belages" (P-Belag) auf die Dachflächen wird dies verhindert und so die Detailauflösung gesteigert. Alle ZEISS Ferngläser und Spektive mit Dachkantprismen sind mit dieser Phasenkorrektur ausgestattet.

  • Prismensystem

    Da ein Gegenstand von einem Objektiv immer kopfstehend und seitenverkehrt abgebildet wird, muß dieses Bild wieder "umgekehrt" werden. Dafür wird ein Umkehrsystem benötigt, das bei Zielfernrohren durch Linsen gebildet wird, bei Ferngläsern in der Regel durch Prismen. In den Prismen wird das Licht mehrmals reflektiert, d.h. der Strahlengang wird "aufgefaltet". Dadurch ergibt sich als zusätzlicher Vorteil von Prismen-Umkehrsystemen eine kürzere Bauweise.

    Bei ZEISS Ferngläsern werden vier Typen von Umkehrprismen verwendet, durch die die Bauform bestimmt wird.

Q

R

S

  • Sehfeld

    Das Sehfeld eines Fernglases gibt an, wieviel Meter z.B. von einem Waldrand bei einer Entfernung von 1000 m gleichzeitig gesehen werden kann. Die Angabe ist daher in "Meter auf 1000 m". Bei Zielfernrohren bezieht sich das Sehfeld auf 100 m Abstand, d.h. die Angabe ist in "Meter auf 100 m". Alternativ kann der Sehwinkel in Grad angegeben werden.

     

    Je höher die Vergrößerung ist, desto kleiner wird in der Regel das Sehfeld.

     

    Man unterscheidet zwischen dem oben genannten Sehfeld (auch objektivseitiges Sehfeld oder objektivseitiger Sehwinkel) und dem okularseitigen oder subjektiven Sehwinkel. Der subjektive Sehwinkel kennzeichnet den Winkel, unter dem das Bild vom Auge durch das Okular wahrgenommen wird. Ist dieser scheinbare Winkel 60° oder größer, bezeichnet man das Okular bzw. Fernglas als "Weitwinkel-Okular" oder "Weitwinkel-Fernglas".

     

    Beispiel: Ein 10x42 Fernglas besitzt ein Sehfeld von 110 m / 1000 m = 6,3 °. Das subjektive Sehfeld ist durch die 10-fache Vergrößerung 10x größer, also 63°. Das Fernglas ist daher ein Weitwinkel-Fernglas.

  • Spektiv

    Spektive sind hochvergrößernde Fernrohre für die Erdbeobachtung. Bei manchen sind die Gehäuse teleskopartig ausziehbar – sogenannte Ausziehfernrohre – die Mehrzahl hat jedoch starre Gehäuse. Hier sind dann in der Regel Modelle mit Gerade- und Schrägeinblick verfügbar.
    Zum Teil ist – wie bei den Spektiven Victory DiaScope 65 T* FL und 85 T* FL – zwischen festvergrößernden und Vario-Okularen wählbar.

    Übrigens: Genau so wichtig wie die Abbildungsqualität des Spektives ist die Stabilität des Stativs und die Gängigkeit des zugehörigen Videokopfes.

  • Stickstoff-Füllung (N2-Füllung)

    Optische Geräte werden mit trockenem Stickstoff (N2) - die Atmosphäre der Erde besteht zu ca. 76 Gew.-% daraus - gefüllt, um den Einbau von Feuchtigkeit und damit das Beschlagen der Optik von innen zu verhindern. Die Stickstofffüllung hat darüber hinaus den Vorteil, dass sich kein Fungus (Schimmelpilze, die die Optik unbrauchbar machen) entwickeln kann. Die Stickstofffüllung ist aber nur dann sinnvoll, wenn die Dichtheit des Gerätes so gut ist, dass z.B. durch Druck- oder Temperaturschwankungen kein Austausch mit der Umgebungsatmosphäre stattfinden kann.

T

  • Transmission

    Sie ist die Lichtmenge in %, die von der Optik durchgelassen wird. Hierbei ist nicht nur wichtig, dass sie möglichst hoch ist - 90% sind bei Ferngläsern und Zielfernrohren von Carl Zeiss der Standard - ihr Maximum muß auch, besonders für dämmerungstaugliche Ferngläser, im richtigen Spektralbereich liegen. Da das Auge in der Dämmerung zunehmend blauempfindlich wird, deutet ein bei Tag gelb- oder rosagefärbtes Bild auf geringe Transmission im blauen Spektralbereich und damit auf schlechte Detailerkennbarkeit in der Dämmerung hin.

U

V

  • Vergrößerung

    Die erste Zahl der Fernglaskennzeichnung beschreibt, wie viel größer ein Objekt im Fernglas gegenüber der Beobachtung ohne Fernglas erscheint. Eine hohe Vergrößerung liefert mehr Detailreichtum, niedrige Vergrößerungen bieten ruhigere und hellere Bilder sowie ein größeres Sehfeld und mehr Schärfentiefe.

  • Verzeichnung

    Ein optisches System "verzeichnet", wenn gerade Linien im Bild durchgebogen sind.

     

    Während fotografische Objektive möglichst verzeichnungsfrei abbilden, werden die modernen ZEISS Ferngläser mit einer kissenförmigen Sollverzeichnung ausgestattet.

     

    Blickt man senkrecht auf eine Fläche oder auf einen Waldrand, so sind die Objekte am Bildrand weiter vom Betrachter entfernt als Objekte in der Bildmitte. Die Objekte am Bildrand werden dadurch kleiner abgebildet als die Objekte in der Bildmitte. Beim Schwenken eines Fernglases kommt es dadurch zu dem Effekt, dass ein Objekt klein am Bildfeldrand erscheint, in der Bildmitte wird es vergrößert dargestellt, und beim weiteren Schwenken wird es zum anderen Bildfeldrand hin wieder kleiner. Es ergibt sich der Eindruck, auf einen drehenden Globus zu blicken ("Globus-Effekt"). Durch die einkalkulierte Sollverzeichnung wird dieser unnatürliche Effekt verhindert.

W

X

Y

Z

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